Reflektoren sind einfache und günstige Hilfsmittel, die uns Fotografen das Leben leichter machen. Sie können ein flaches Photo interessanter gestalten.
Im täglichen Leben nehmen wir Objekt dreidimensional wahr. Ob als Abzug oder am Bildschirm betrachtet, sie stellt sich immer zweidimensional dar. Streben Fotografen danach mehr Tiefe ins Bild zu bringen, müssen sie auf dieselben Mittel zurückgreifen die Grafiker nutzen: die Trennung von Tonwerten. Zu Deutsch: mit Hilfe von Licht und Schatten. Glücklicherweise fällt uns das leicht, weil die Natur die Sonne als Lichtquelle bereitstellt. Wir brauchen nicht unbedingt in teure, aufwendige Lichtquellen wie Blitzanlagen zu investieren!
Die Theorie des Reflektors ist schnell erklärt. Den Effekt kann man leider nicht sichtbar machen, weil er immer von eine Lichtquelle abhängt. Sichtbar machen können wir jedoch den Unterschied zwischen der Nutzung mit und ohne Reflektor. Beginnen wir mit einem Photo eines blühenden Kaktus, der nur mit dem vorhandenen Licht aufgenommen wurde.
Das Bild wurde mit einer G11 aufgenommen. Die Kamera habe ich auf ein Stativ montiert und im Makromodus betrieben. Blende war F/8 bei 1/40 sek. und ISO 80. Ausgelöst mit Selbstauslöser, um Verwackler zu vermeiden.
Was sehen wir? Eigentlich ein ganz nettes Abbild des Objekts. Schaut man sich den Kaktus selbst an, so kann man noch Details erkennen.
Das nächste Bild zeigt, was passiert, wenn man einen goldenen Reklektor auf das Objekt richtet.
Die Aufnahmedaten sind identisch mit denen des oberen Bildes.
Die goldene Oberfläche erzeugt mehr Wärme. Die Blüte erstrahlt in einem warmen Ton. Sogar der Kaktus im Hintergrund profitiert noch vom Reflektor. Blumentopf und Kaktus erstrahlen ebenfalls in einer warmen Glut.
Wem die warmen Töne nicht zusagen, kann auch einen weißen Reflektor einsetzen. Der ist farbneutral. Ein silberfarbener Reflektor kann auch reizvoll sein, wie die nächste Aufnahme zeigt.
Das Bild wirkt stellenweise heller. Die Farbtöne werden kühler dargestellt, als wenn wir einen weißen oder goldfarbigen Reflektor nutzen.
Zusammenfassend noch folgende Tipps:
- Verschiedene Oberflächenstrukturen verhalten sich in ihrer Reflektion unterschiedlich. Ein weißer Reflektor projiziert neutrales Licht, während ein silberfarbener nicht nur kühleres Licht spiegelt, sondern auch mehr Licht. Gold-farbige Reflektoren projizieren tendenziell wärmeres Licht.
- Das reflektierte Licht wird heller, je näher der Reflektor am Objekt steht.
- Die Ausrichtung des Reflektors ist entscheidend. Denn richtet man ihn zur Hauptlichtquelle aus, wird das meiste Licht vom Objekt weg geleitet. Deshalb erzielt man den größten Nutzen, wenn man den Reflektor in einem Winkel zwischen dem Objekt und der Hauptlichtquelle aufstellt. Einfach mal ausprobieren.
- Ihr müßt keine teuren Reflektoren kaufen. Es gibt in jedem Haushalt Dinge, die sich einsetzen lassen. Hier ein wenig zur Inspiration: weißer Karton, glatte Oberflächen von Pralinenschachteln, Spiegel, ein Blatt Papier – gerne auf farbig, probiert es aus
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